Wie wird mein Online-Shop zu einer Marke?

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Die Zahl der Online-Shops ist schier unendlich. Selbst im deutschsprachigen Raum ist die Konkurrenz inzwischen so groß, dass es nur wenigen Shopbetreibern gelingt, langfristig aus der Masse herauszustechen. Wenn Sie dieses Ziel trotz aller Herausforderungen dennoch verfolgen, haben Sie glücklicherweise mehrere Optionen. Eine davon – die Etablierung Ihres Shops als eigene Marke – möchten wir Ihnen in diesem Beitrag ein wenig genauer vorstellen.

Wie wird mein Online-Shop zu einer Marke?

Was macht einen Onlineshop erfolgreich?

Jeder Einzelhändler, der den Schritt in die Online-Welt wagt, fragt sich früher oder später: Wie wird mein Onlineshop erfolgreich?

Während die einen Wert auf ein ganz besonderes Sortiment legen, fokussieren sich andere auf ein strategisch ausgerichtetes Marketing. Wieder andere agieren ganz nach dem Motto „Masse statt Klasse“ und ködern die Kunden mit extrem niedrigen Preisen. Es gibt unzählige Wege hin zu einem erfolgreichen Online-Shop; doch auch etliche, die sich nach ein paar Schritten als Sackgasse erweisen.

Wenn Sie Ihr E-Commerce-Business zu einem Erfolg machen möchten, empfiehlt es sich, stets nachhaltig zu denken. Schnelle Hauruck-Aktionen mit sofortigen Ergebnissen sind vielleicht für den Moment befriedigend, verlieren ihre positive Wirkung jedoch meist schon nach kurzer Zeit.

Wer langfristig von sich reden machen und kontinuierlich Bestellungen generieren möchte, der sollte sich mit einer ganz konkreten Frage auseinandersetzen: Wie wird mein Online-Shop zu einer Marke?

Bekannte Online-Shops, die als Marke wahrgenommen werden

Zalando hat es längst geschafft, ebenso wie About You und Asos. Doch auch abseits der Mode-Branche findet man Beispiele, die belegen: Ein Online-Shop kann durchaus zur Marke avancieren. Denken Sie beispielsweise an Erotikshops wie Orion, Eis.de oder Amorelie, Elektronik-Anbieter a la notebooksbilliger.de oder redcoon sowie Beauty-Shops wie zum Beispiel Flaconi oder Douglas.

Sie alle haben geschafft, wovon die meisten kleinen Händler noch immer träumen: Sie haben um ihren Shop herum eine Marke aufgebaut, die das Unternehmen nach außen repräsentiert und eine Reihe spannender Vorteile mit sich bringt.

Warum ist eine Marke so wichtig?

Ehe Sie sich die Mühe machen, Ihren Online-Shop in eine Marke zu „verwandeln“, wollen Sie sicherlich zunächst einmal wissen, ob sich die Mühe überhaupt lohnt. Denn – und das soll an dieser Stelle mit aller Deutlichkeit betont werden – eine Marke entwickelt und etabliert sich natürlich nicht von allein.

Warum es sich trotzdem lohnt, Zeit, Energie, Geld und Kreativität in diese Aufgabe zu investieren, verraten diese Aspekte:

  • klare Positionierung: Vor allem Shops, die eine Vielzahl von Produkten anbieten, haben es oftmals schwer, eine klare Marketing-Strategie zu entwickeln. Durch eine Marke entwickeln Sie eine Art Dach, das Ihnen dabei behilflich ist, sich klar zu positionieren.
  • klare Zielgruppenansprache: Gleiches gilt auch im Hinblick auf die Zielgruppe(n). Während es einzelne Produkte nur schwer schaffen, ein Zielpublikum abzuholen, ist eine Marke dazu durchaus in der Lage. Ein weiterer Vorteil: Durch das Erschaffen einer Marke können Sie ziemlich genau festlegen, welche Zielgruppen beziehungsweise Kunden Sie mit Ihrem Shop ansprechen wollen.
  • Kundenbindung: Eine etablierte Marke bildet stets die Schnittstelle zwischen einem Unternehmen und den Käufern. Oder anders formuliert: Nutzen Sie die Marke, um Ihre Kunden (noch) besser an den Shop zu binden. Im Fachjargon spricht man auch von der sogenannten Markenloyalität (welche beispielsweise im Sport-Bereich gut zu beobachten ist).
  • Transport von Attributen, Werten und Emotionen: Schaut man sich weltweit erfolgreiche Marken wie Coca Cola, Starbucks oder Audi an, wird schnell klar, dass jede für unterschiedliche Attribute, Werte und einen bestimmten Lifestyle steht. Eng damit verbunden sind gewisse Emotionen, die durch die Marke transportiert werden. Mit diesen lassen sich nicht nur Getränke und Kleidung besser verkaufen, sondern letztlich alles.
  • Wettbewerbsvorteil: Während der Konkurrenz-Shop noch immer an seinem Profil feilt, können Sie dank des Aufbaus einer Marke bereits die Kunden zu sich locken.
  • Wiedererkennungseffekt: Einer der wichtigsten Vorteile einer Marke ist der Wiedererkennungswert. Gerade dann, wenn es einen oder mehrere Shops mit einem sehr ähnlichen oder gar kleinen Angebot wie Ihrem gibt, kann dieser Effekt über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Markenaufbau für Online-Shops: So funktioniert es

Können Online-Shops Marken sein?

Durchaus! Die weiter oben genannten Shop-Beispiele dürften bereits genügend Beweise für diese Aussage liefern. Doch nicht nur die „Großen“, auch die kleinen Onlineshops haben durchaus die Möglichkeit, durch den Aufbau einer Marke (noch) erfolgreich(er) zu werden.

In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung verraten wir Ihnen, wie Sie hierfür den Grundstein legen.

Schritt #1: Zielgruppe definieren

Eine gute Marke spricht eine eindeutig definierte Zielgruppe an. Denken Sie nur an Beispiele wie Apple, Dolce & Gabbana oder Ikea.

Auch Onlineshop-Betreiber, die sich klar als Marke positionieren wollen, sollten sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wer ihre Zielgruppe ist beziehungsweise welchen Wunsch-Kunden sie zukünftig gern ansprechen wollen.

Praxis-Tipps: Nutzen Sie die Erstellung von unterschiedlichen Personas – ausgedachten Archetypen – um Ihre Zielgruppe möglichst greifbar zu machen und ihr ein (fiktives) Gesicht zu verleihen.

Schritt #2: Marken-Profil entwickeln

Wofür soll Ihre Marke stehen? Welche Werte und Attribute wollen Sie vermitteln? Woran sollen Ihre Kunden denken, wenn Sie den Namen Ihres Shops lesen?

Es sind Fragen wie diese, die Sie sich zu Beginn des Markenaufbaus stellen und selbstverständlich auch beantworten müssen – denn hieraus entsteht schließlich Ihr Marken-Profil.

Hinweis: Je detaillierter und tiefgreifender, desto besser. Eine Marke ist im Idealfall regelrecht „greifbar“ und möglichst plastisch. Jede Feinheit, die Sie in Ihrem Profil festhalten, ist Ihnen hierbei behilflich.

Schritt #3: Einheitliche Corporate Identity erstellen (lassen)

Nicht nur Marken, sondern jedes Unternehmen sollte eine Corporate Identity aufweisen. Hierunter fallen die unterschiedlichsten Aspekte, beispielsweise:

  • Unternehmenssprache
  • Unternehmensdesign
  • Unternehmenskultur
  • Unternehmensverhalten
  • Unternehmenskommunikation

Hier gilt, ähnlich wie beim Marken-Profil: Arbeiten Sie die Corporate Identity so umfassend und gewissenhaft wie möglich aus. Ein schickes Logo und ein einprägsamer Slogan sind zweifelsfrei wichtig für eine Marke – doch sie allein reichen längst nicht aus, um die Brand langfristig zu etablieren.

Im Hinblick auf die Corporate Identity ist es überaus sinnvoll, sich externe Hilfe vom Experten ins Boot zu holen. Es gibt unzählige Agenturen, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben und Sie unterstützen können.

Schritt #4: Marketing betreiben

Es ist falsch, zu sagen, dass eine Marke ohne Marketing nicht existieren kann. Allerdings ist es richtig, zu behaupten, dass Ihre Aussichten auf Erfolg steigen, wenn Sie in eine offene Kommunikation gehen. Der Fachbegriff hierfür lautet Markenvermittlung.

Marketing für Online-Shops ist ein facettenreiches Thema, mit dem wir uns bereits in diesem Beitrag intensiver auseinandergesetzt haben. An dieser Stelle soll darum nur noch einmal auf die immer wichtiger werdende Rolle der sozialen Medien für Online-Händler verwiesen werden.

Eine neue Generation von E-Commerce-Unternehmen macht deutlich: Werden Instagram, Facebook und Co. strategisch und gezielt genutzt, können hieraus gigantische Potentiale geschöpft werden. Gerade wenn es um den Aufbau einer Marke geht, dürfen Sie Social Media auf keinen Fall ignorieren.

Extra-Tipp: Zeigen Sie Persönlichkeit!

Einen Online-Shop zu einer Marke machen ist definitiv kein Kinderspiel, sondern erfordert jede Menge Einsatzbereitschaft, Hirnschmalz und (oftmals auch) Geld. Wenn Sie hierbei nichts dem Zufall überlassen wollen, haben wir hier noch einen zusätzlichen Tipp für Sie:

Legen Sie zusätzlich Ihre Persönlichkeit in die Waagschale, um Ihrer Marke noch mehr Gewicht zu verleihen.

Gerade dann, wenn Sie im sozialen Web aktiv sein und Ihren Shop einem möglichst breiten Publikum präsentieren wollen, ist es eine ausgezeichnete Idee, dem Ganzen eine persönliche Note zu verleihen.

Vor allem kleine bis sehr kleine Shops haben durch diesen strategischen Zug die Chance, sich gegen die riesige (und meist gesichtslose) Konkurrenz zu behaupten und ein echtes Alleinstellungsmerkmal zu etablieren. Außerdem haben Sie durch die Personalisierung Ihrer Marke die Möglichkeit, Ihre Werte und Attribute noch einfacher und unmissverständlich zum Kunden zu transportieren.

Wie nützlich die Persönlichkeit beim Branding von Ihrem Online-Shop ist, stellen unter anderem diese drei Onlineshop-Betreiberinnen unter Beweis:

Hinweis: Schauen Sie sich auch unbedingt einmal die Instagram-Präsenzen dieser Shops an.

Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, Ihre Persönlichkeit einzusetzen, ist die Identifikation der Kunden mit Ihrer Marke. Indem Sie als Mensch hinter dem Shop auftreten, wird es den Käufern viel leichter fallen, eine Beziehung zu diesem aufzubauen und die Marke im Gedächtnis zu verankern.

Denn denken Sie immer daran: Eine Marke etabliert sich erst dann dauerhaft, wenn sie in den Köpfen der Kunden „angekommen“ ist. Ist dies der Fall, stechen Sie auch garantiert aus der Masse heraus und können sich über zahlreiche Bestellungen freuen.

(Titelbild von picjumbo.com / Viktor Hanacek)


Über Daniel Peters

Daniel Peters

Ich helfe E-Commerce-Agenturen und Online-Händlern Stolperfallen beim Verbinden von IT-Systemen (wie etwa Warenwirtschaften) mit dem Onlineshop zu vermeiden.

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