So bitte nicht! 10 Wege, um Ihren Online-Shop 2018 scheitern zu lassen

zurück zum Blog

Rund 60 Milliarden Euro – das ist der geschätzte Umsatz, den E-Commerce-Unternehmen 2017 erwirtschaftet haben. Die Branche boomt nach wie vor und freut sich über stetigen Zuwachs. Solche Zahlen und Einschätzungen erwecken natürlich schnell den Anschein, dass es sich bei Online-Shops um ein überaus lukratives und erfolgversprechendes Businessmodell handelt. Doch jeder, der im Bereich E-Commerce tätig ist, weiß: Es gibt hier auch eine Menge Stolpersteine, die einen schnell zu Fall bringen.

So bitte nicht! 10 Wege, um Ihren Online-Shop 2018 scheitern zu lassen

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen zehn Wege vor, um auch im Jahr 2018 noch mit Ihrem Online-Shop zu scheitern. Das Ganze darf gern unter dem Motto „So bitte nicht!“ verstanden werden.

Online-Shop Fehler #1: Keine Suchmaschinenoptimierung

„SEO? Ach, das wird doch überbewertet!“ Es ist schwer vorstellbar, doch noch immer hat nicht jeder Online-Händler eingesehen, dass es wichtig ist, beliebt bei Google und anderen Suchmaschinen zu sein. Wer nicht gerade zu den großen Playern gehört (und das sind die meisten Shop-Betreiber), der lebt in erster Linie von Kunden, die „zufällig“ auf ihrer Seite gelandet sind und dort finden, wonach sie gesucht haben.

Damit dieser Idealfall eintreten kann, ist es unverzichtbar, entsprechende Bedingungen zu schaffen. Suchmaschinenoptimierung für Online-Shops ist ein komplexes Thema. Es lohnt sich, ein paar Stunden seiner Zeit dafür zu opfern und sich einzulesen. Denn wer SEO kategorisch ignoriert, droht schnell Gefahr, von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

Online-Shop Fehler #2: Schlechte Filter- und Suchfunktionen

Je mehr Produkte in einem Shop angeboten werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde das findet, was er haben möchte. Zweifelsfrei ist an dieser Behauptung etwas dran, doch sollte auch immer ergänzt werden: ...und desto schneller ist er von der großen Vielfalt überfordert.

Um dem Kunden eine möglichst gute user experience zu bieten, sind umfassende Such- und vor allem Filter-Mechanismen im Online-Shop Pflicht. Niemand, der nicht gerade zwei Stunden Zeit für das Online-Shopping mitgebracht hat, will sich durch zig Produkte scrollen, ehe er durch Zufall das Objekt seiner Begierde entdeckt.

Online-Shop Fehler #3: Altbackenes Design

Natürlich sollte in einem Online-Shop immer die Funktion über dem Aussehen stehen, doch kann es heutzutage durchaus auch passieren, dass ein Besucher die Seite wieder verlässt, weil er das Design nicht ansprechend beziehungsweise altmodisch findet.

Online-Shops, die an die 2000er Jahre erinnern, erwecken schnell den Anschein, nicht auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Viele Kunden schreckt dieser Umstand ab. Anstatt sich durch das oftmals umständliche Menü zu klicken und auf die Suche nach dem gewünschten Produkt zu machen, rufen sie lieber einen anderen Shop auf.

Moderne, dem aktuellen Geschmack entsprechende Online-Shops sind:

  • so aufgebaut, dass der Fokus stets auf den Produkten liegt
  • aufgeräumt und reduziert/übersichtlich
  • großflächig (und nicht kleinteilig)
  • ansprechend bebildert
  • hell mit wenigen Farbakzenten
  • einfach zu bedienen

Online-Shop Fehler #4: Registrierungszwang

Ein Kunde kann bei Ihnen nur bestellen, wenn er sich registriert und Ihnen eine ganze Reihe persönlicher Daten zur Verfügung stellt? Sicherlich ist eine solche Abwicklung nicht nur für Sie, sondern auch für den Kunden vorteilhaft, falls dieser weitere Male etwas bei Ihnen im Shop bestellt. Doch sollte die Registrierung immer auf Freiwilligkeit basieren und nie ein Zwang sein.

Vor allem Menschen, die online gern sehr spezielle Produkte kaufen und hierfür zahlreiche Nischen-Shops nutzen, haben es oftmals satt, sich überall zu registrieren und die Zugangsdaten zu merken. Für sie ist es schlichtweg einfacher und in dem Moment schneller, das Produkt ohne Registrierung zu bestellen. Wenn Sie keine potentiellen Kunden verschrecken wollen, dann sollten Sie den Registrierungszwang in Ihrem Online-Shop unbedingt abschaffen.

Online-Shop Fehler #5: Kein PayPal als Zahlungsart

Man kann es als Online-Händler gut finden oder auch nicht. Fakt ist: PayPal hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Zahlungsarten im E-Commerce entwickelt. Kein Wunder, denn sie funktioniert einfach und schnell. Trotzdem gibt es noch immer Shops, in denen Kunden nicht via PayPal zahlen können. Dieser Umstand kann – ähnlich wie der Registrierungszwang – den Kunden nachhaltig abschrecken. Die Einbindung von PayPal kann inzwischen als absolutes Muss im E-Commerce bezeichnet werden.

Online-Shop Fehler #6: Schlechtes oder nicht existierendes Marketing

Dass Online-Händler Marketing betreiben sollten, haben wir bereits in diesem Beitrag auf unserem Blog ausführlich erörtert. Aus diesem gehen auch sieben effiziente Marketing-Tipps hervor, die Sie als Online-Händler unbedingt kennen sollten. Denken Sie immer daran: Wer aus der schier unendlich großen Masse an Online-Shops herausstechen will, der muss aktiv werden und auf sich aufmerksam machen. Haben Sie keine Angst davor, wie ein Marktschreier herüberzukommen. Wenn Sie verschiedene Marketing-Maßnahmen geschickt und auf Ihren Shop angepasst einsetzen, werden Sie schon bald erste positive Effekte bemerken.

Online-Shop Fehler #7: Zu wenig Produkt-Informationen

Die einen Kunden bevorzugen eine gute Auswahl an Fotos, die anderen wollen lieber alle Informationen in schriftlicher Form. Feststeht auf jeden Fall: Wer online einkauft, möchte vorher so viel wie möglich über das Produkt erfahren, ehe es im Warenkorb landet.

Damit der Besucher von ihrem Online-Shop nicht anderswo nach Infos suchen muss (und im schlimmsten Fall dann dort bestellt), sollten Sie ihm immer so viel verraten und zeigen wie möglich. Eine detaillierte Produktbeschreibung und mehrere (hochwertige sowie aussagekräftige) Fotos sind also Pflicht (und tragen gleichzeitig auch noch zur Suchmaschinenoptimierung bei).

Online-Shop Fehler #8: Die Option Cross-Selling wird missachtet

Cross-Selling ist eine Verkaufsstrategie, die auch in der analogen Welt beobachtet werden kann. Es handelt sich hierbei – vereinfacht ausgedrückt – um die bewusste Platzierung eines (ergänzenden) Produktes B neben Produkt A, um einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen.

Ein typisches Beispiel für Cross-Selling sind Schaufensterpuppen, die ein komplettes, aufeinander abgestimmtes Outfit zeigen und dazu anspornen, nicht nur diese ausgefallene Bluse, sondern auch gleich die dazu passende Hose zu kaufen. Auch wenn Schaufensterpuppen nicht unbedingt mit E-Commerce in Verbindung gebracht werden können, ist das Cross-Selling auch im Online-Handel üblich – beispielsweise durch vorgeschlagene Produkte, die dem Kunden entweder in der Sidebar oder unter den Informationen zum ursprünglichen Produkt angezeigt werden.

Praxis-Tipp: Eine Bemerkung wie „Das könnte Ihnen auch gefallen“ oder „Passend dazu“ suggeriert dem User, dass Sie ihm eine persönliche Empfehlung aussprechen.

Online-Shop Fehler #9: Mangelhafter Schutz gegen Abmahnungen

Leider hat sich der Online-Handel in den letzten Jahren zu einer Branche entwickelt, in der viel abgemahnt wird. Sobald Shopbetreiber A etwas bei Shopbetreiber B findet, was nicht dem Gesetz entspricht, wird gern der Abmahnanwalt kontaktiert. Das beliebteste Argument, das dieses Verhalten tatsächlich legitimiert: Unlauterer Wettbewerb. Die größten Gefahren einer Abmahnung für Onlineshop-Betreiber sind hier zu finden:

  • Impressum
  • Datenschutz (Stichwort: DSGVO!)
  • Widerrufsrecht

Online-Shop Fehler #10: Urheberrechtsverletzungen

Das Thema (Produkt-)Fotos ist uns nun schon mehrmals in diesem Artikel begegnet und soll auch im zehnten und letzten Fehler noch einmal aufgegriffen werden.

Natürlich ist ein Online-Shop ohne Bilder der Produkte absolut undenkbar. Doch bedeutet das nicht automatisch, dass Sie sich einfach überall bedienen können. Produktfotos unterliegen wie alle anderen Fotografien grundsätzlich dem Urheberrecht. Werden Sie dennoch ohne Erlaubnis und ohne Nennung des Urhebers verwendet, liegt eine Urheberrechtsverletzung und damit eine Straftat vor.

Natürlich muss man dieses Thema in der Praxis stark differenziert betrachten. Es ist beispielsweise schlichtweg nicht üblich, den Fotografen im Online-Shop zu benennen. Außerdem stellen die meisten Hersteller ansprechende Fotos von sich aus zur freien Verfügung, die von Shopbetreibern, Journalisten und anderen verwendet werden dürfen. In diesen Fällen müssen Sie nicht nochmal extra um Erlaubnis bitten.

Und trotzdem kann es unter gewissen Umständen passieren, dass Sie Urheberrecht verletzen und damit eine Abmahnung riskieren. Seien Sie bei der Einbindung von Produktfotos daher stets vorsichtig.

Fazit

Natürlich waren die zehn hier vorgestellten Online-Shop Fehler nur eine Auswahl. Es gibt noch viele weitere Stolpersteine, die teils unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen können. Diese zu kennen ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Denn dann wissen Sie, worauf Sie sich vorbereiten müssen und welche Aspekte besonders großes Konfliktpotential mit sich bringen.


Über Daniel Peters

Daniel Peters

Ich helfe E-Commerce-Agenturen und Online-Händlern Stolperfallen beim Verbinden von IT-Systemen (wie etwa Warenwirtschaften) mit dem Onlineshop zu vermeiden.

Sie wollen mehr über mich wissen? Dann bitte hier entlang.

Sie haben eine dringende Frage zum Thema Schnittstellen-Software, wünschen Beratung bei E-Commerce-Prozessen, sowie unkomplizierte Betreuung? Sprechen Sie mich gern an und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrem Projekt arbeiten.

Kontakt Twitter Xing