Newsletter-Marketing im E-Commerce: Das müssen Sie alles beachten

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Das Verschicken von Newslettern gehört zum E-Commerce wie Versandkosten und die Kunden-Hotline. Doch warum ist dieses Marketing-Instrument eigentlich so beliebt und auch wichtig? Welche Aufgaben haben Newsletter, welche Inhalte sind sinnvoll und was gilt es alles im Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten? Wie oft sollten Sie als Onlinehändler Newsletter verschicken und wie genau funktioniert eigentlich erfolgreiches Newsletter-Marketing? In diesem Beitrag begeben wir uns auf die Suche nach Antworten für Sie.

Newsletter-Marketing im E-Commerce: Das müssen Sie alles beachten (Quelle: picjumbo.com)

Warum ist Newsletter-Marketing so wichtig im E-Commerce?

In einer reinen Online-Branche wie dem E-Commerce sind Newsletter besonders beliebt, weil es keinen Medienbruch gibt. Das bedeutet: Ihre Kunden erhalten einen Newsletter (zum Beispiel auf ihr Smartphone oder ihr Tablet) und sind schon einen Klick später in Ihrem Onlineshop. Noch direkter geht es nicht.

Ein sorgfältig erstellter und mit guten Inhalten bestückter Newsletter erschafft einen Marketing-Funnel, der nicht nur Besucher auf Ihre Webseite lockt, sondern bestenfalls auch für viele volle Warenkörbe sorgt.

Übrigens: Newsletter-Marketing ist grundsätzlich kostenlos. Es gibt inzwischen unzählige Plugins, mit denen Sie nicht nur ansprechende Newsletter gestalten, sondern diese auch an all Ihre Abonnenten verschicken können. Auch dieser Aspekt trägt natürlich dazu bei, dass die „digitalen Werbeprospekte“ einen so hohen Stellenwert in der Branche genießen.

Welche Aufgaben haben Newsletter?

Newsletter werden in der Regel verschickt, um (ehemalige) Kunden an Ihren Onlineshop zu erinnern und auf Neuigkeiten hinzuweisen. Hierbei kann es sich um alles mögliche handeln, beispielsweise:

  • das Eintreffen neuer Ware
  • Sommer-/Winterschlussverkauf/Midseason-Sales/…
  • Rabatt-Codes speziell für Newsletter-Abonnenten
  • allgemeine News

Natürlich haben die meisten Newsletter das übergeordnete Ziel, den Verkauf anzukurbeln und somit Ihre Umsätze zu steigern. Es ist aber auch (theoretisch) möglich, diesen Aspekt auszuklammern und den Kanal beispielsweise ausschließlich für den Markenaufbau Ihres Shops oder die Kundenbindung zu nutzen.

Welche Inhalte sind im Newsletter sinnvoll?

Die Inhalte, die Sie über Ihren Newsletter teilen, hängen natürlich stark vom Ziel ab, das Sie zuvor definiert haben.

Wer beispielsweise seine Umsätze steigern oder Restposten verkaufen möchte, wird wohl kaum darauf hinweisen, dass der Onlineshop am nächsten Sonntag zwischen 0 und 6 Uhr nicht erreichbar ist. Viel sinnvollen sind in diesem Fall zum Beispiel Rabatt-Ankündigungen, eine Übersicht einzelner Produkte oder auch ein Countdown bis zum Beginn eines Schlussverkaufs.

Tipp: Ein Newsletter sollte niemals nur aus verkaufenden Inhalten bestehen und somit einem Werbeprospekt gleichen. Denken Sie immer an den informierenden Charakter.

Newsletter-Marketing ist äußerst flexibel und individuell und sollte immer auch auf die Bedürfnisse der Zielpersonen abgestimmt sein. Wer den Newsletter also beispielsweise abonniert hat, um immer sofort über frisch eingetroffene Ware oder neue Produkte im Sortiment informiert zu werden, der sollte auch die entsprechenden Informationen erhalten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Ihre Abonnenten-Liste von Mal zu Mal kürzer wird.

Wichtig: Ein guter Newsletter besticht durch abwechslungsreiche Inhalte. Neben den Klassikern wie Rabatt-Ankündigungen und Co. sollte es darum auch immer die eine oder andere Überraschung geben, mit der der Leser nicht rechnet. Vielseitigkeit und Spannung sind zwei wichtige Voraussetzungen dafür, dass Ihre Newsletter nicht ungelesen im Papierkorb landen.

Was ist rechtlich beim Newsletter-Marketing zu beachten?

Spätestens seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung ist klar: Der Versand von Newslettern ist nicht ohne weiteres möglich. Wenn Sie diese Form von Marketing nutzen wollen, dann müssen Sie eine Reihe von Besonderheiten beachten. Welche das genau sind, verrät Ihnen unsere Übersicht:

Anmeldung:

  • nur E-Mail-Adresse darf Pflichtfeld sein, Vor- und Zuname hingegen nicht
  • Nennen der verwendeten Software
  • Verlinkung zur Datenschutzerklärung
  • Erklärung, wofür die Daten genutzt werden (z.B.: „Wir verwenden Ihre E-Mail-Adresse ausschließlich für den Newsletterversand“)

Einwilligung:

  • grundsätzlich dürfen Newsletter nur nach Einwilligung („opt-in“) verschickt werden
  • seit DSGVO: Versand nur noch nach „double-opt-in“ = zweifache Einwilligung = Abonnent trägt seine E-Mail-Adresse in das Anmeldeformular ein und bestätigt die Anmeldung zusätzlich (z.B. durch Anklicken einer entsprechenden Checkbox)

Abmeldung:

  • Möglichkeit, den Newsletter jederzeit problemlos wieder abzubestellen
  • entsprechende Links in Ihrem Shop und auch in jedem Newsletter
  • weitere Möglichkeiten: E-Mail, Anruf, Brief, … (alles zulässig!)

Preisangaben:

  • korrekte/vollständige Preisangaben auch in Newslettern, d.h.:
  • „Preis inkl. gesetzlicher Mehrwertsteuer“
  • „Preise zzgl. Versand“

Impressum:

  • Impressumspflicht nach §5 TMG besteht auch für Newsletter
  • wichtigste Angaben: Name, Adresse und E-Mail-Adresse
  • auch erlaubt: Verlinkung auf Ihr Shop-Impressum im Newsletter

Datenschutzerklärung:

  • Abschnitt zum Versand von Newslettern ist Pflicht
  • Erklärung, wo die Daten gespeichert werden, was mit ihnen gemacht wird, etc.

Lese-Tipp: Noch mehr Informationen über die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Newsletter-Marketing finden Sie in diesem Artikel von e-recht24.de.

Wie oft sollte man Newsletter versenden?

Wenn es um den Versand von Newslettern geht, gilt ganz klar der Leitsatz: Klasse statt Masse!

Wer seine Abonnenten täglich mit neuen Mails bombardiert und eine Preisschlacht nach der nächsten ankündigt, ist auf Dauer nicht nur extrem nervig, sondern verleiht sich selbst auch ein eher fragwürdiges „Ramsch“-Image.

Besser ist es, wenn Sie Ihre Newsletter wohldosiert versenden und dabei immer auf eine gewisse Qualität der Inhalte achten. Denken Sie stets daran: Newsletter sollen informieren und die Lust am Shopping wecken. Das funktioniert auch, wenn sie beispielsweise nur alle 14 Tage oder einmal pro Monat verschickt werden.

Tipp: Newsletter können natürlich einem gewissen Rhythmus folgend verschickt werden – das ist jedoch keinesfalls Pflicht. Wenn Sie Ihren Abonnenten nichts mitzuteilen haben, dann ist es sinnvoller, keinen Newsletter zu versenden.

Praktische Tipps für erfolgreiches Newsletter-Marketing

Erfolg und Misserfolg Ihres Newsletter-Marketings hängen von zahlreichen Faktoren ab – Sie müssen also nichts dem Zufall überlassen, sondern können von Anfang an aktiv werden. Die nachfolgenden Tipps sind Ihnen dabei behilflich:

  • Schlichte Optik: Newsletter müssen keinen Design-Award gewinnen, sondern können ruhig „aufgeräumt“ und schlicht daherkommen. Bedenken Sie hierbei vor allem, dass nicht jedes Mail-Programm jedes Grafikelement einwandfrei darstellen kann und viele Abonnenten somit gar nicht in den Genuss von diversen optischen Raffinessen kommen würden.
  • Kreative Umsetzung: Newsletter sind keine Werbeprospekte, die Ihren Kunden die neuesten Schnäppchen um die Ohren hauen sollen. Nutzen Sie diesen Kanal stattdessen gern auch kreativ – beispielsweise für spannendes Storytelling – und wecken Sie somit „ganz nebenbei“ das Interesse der Leserschaft.
  • Aussagekräftiger Betreff: Der Betreff ist in aller Regel das Erste, was ein Empfänger Ihres Newsletters von diesem sieht. Er sollte dementsprechend überzeugend sein und Lust machen, die Mail zu öffnen. Verschwenden Sie dieses Potential nicht, indem Sie Ihrem Newsletter einen 08/15-Betreff verpassen.
  • Leserfreundliche Strukturen: Ob nun Blogbeitrag, Produktbeschreibung oder Newsletter – Textwüsten sind nie eine gute Idee und sollten darum tunlichst vermieden werden. Geizen Sie deswegen nicht mit verschiedenen Strukturierungsmöglichkeiten wie Zwischenüberschriften, Auflistungen und Bildern.
  • Relevante Inhalte: Kommen wir noch einmal zum Thema Inhalt zurück. Dieser sollte nicht nur bunt gemischt sein und den Interessen der Leser entsprechen, sondern auch stets relevant sein. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die Senkung der Mehrwertsteuer die zum 1. Juli in Kraft getreten ist und sicherlich jeden Onlineshop-Kunden interessiert hat.
  • Der perfekte Zeitpunkt: Es ist keinesfalls egal, wann Sie Ihre Newsletter versenden. Damit diese nicht in einer Flut aus anderen Mails verschwinden, ist es ratsam, verschiedene Zeitpunkte zu testen. Indem Sie beispielsweise die Öffnungsrate auswerten, können Sie ermitteln, welche Zeit die ideale für den Versand Ihrer Newsletter ist.
  • A/B-Tests: Erfolgreiches Newsletter-Marketing basiert immer auch auf Auswertungen und Analysen. Wenn Sie wollen, dass Ihre Newsletter immer besser werden, können Sie beispielsweise A/B-Tests nutzen. Im Rahmen dieser Tests können Sie u.a. verschiedene Betreff-Zeilen, Anreden oder Inhalte testen und durch Vergleiche der einzelnen Gruppen (A und B) herausfinden, was letztlich am besten funktioniert.

Der Aufbau von einem E-Commerce-Business ohne Newsletter-Marketing ist zwar möglich, aber keine besonders gute Idee. Wenn Sie die Thematik von Anfang an professionell angehen und dem Newsletter als wirkungsvollen Marketing-Kanal betrachten, werden sich mit Sicherheit schon bald erste Erfolge einstellen.


Über Daniel Peters

Daniel Peters

Ich helfe E-Commerce-Agenturen und Online-Händlern Stolperfallen beim Verbinden von IT-Systemen (wie etwa Warenwirtschaften) mit dem Onlineshop zu vermeiden.

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