Eigener Blog für den Online-Shop: Was spricht dafür und was dagegen?

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Die Corona-Pandemie stellt uns vor immense Herausforderungen. Dennoch - oder vielleicht gerade in diesen Zeiten - ist es wichtig, Weichen zu stellen, um Ihr Unternehmen in Zukunft erfolgreich auszurichten.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, einen Blog in Ihrem Online-Shop zu integrieren? Keine schlechte Idee – immerhin ist Content Marketing gerade in aller Munde und wird auch schon für das nächste Jahr als großer Vermarktungs-Trumpf gehandelt.

Doch was genau sind nun eigentlich die Vorteile von einem Blog? Und gibt es auch Aspekte, die dagegen sprechen, Zeit und Geld in dieses Projekt zu investieren? Mit dem nachfolgenden Beitrag bringen wir Licht ins Dunkel.

Eigener Blog für den Online-Shop: Was spricht dafür und was dagegen?

6 Gründe, die für einen Blog sprechen

Auf immer mehr Internetseiten – und speziell auch in Online-Shops – findet man Blogs (die manchmal beispielsweise auch Magazin genannt werden). Auch die Lektüre, die Sie gerade konsumieren, ist Teil eines Unternehmensblogs. Es scheint also so, als wäre tatsächlich etwas dran an diesem Hype. Doch was?

Sie können neue User in Ihren Shop locken

Blogbeiträge werden häufig als unabhängiger Inhalt wahrgenommen – das heißt: Sie „funktionieren“ auch ohne Ihren Shop.

Was zunächst vielleicht eher negativ klingt, ist in der Tat ein großer Vorteil. Denn durch seine Unabhängigkeit spricht der Blog völlig neue Nutzer- und Zielgruppen an, die „ganz nebenbei“ auf Ihren Online-Shop aufmerksam gemacht werden.

Damit das funktioniert, muss natürlich der richtige Inhalt bereitgestellt werden. Ein guter Blog bietet seinen Lesern einen konkreten Mehrwert und hilft ihnen beispielsweise dabei, bestimmte Probleme zu lösen. Diese sollten selbstverständlich in einem thematischen Zusammenhang zu Ihrem Shop stehen. Ein Beispiel:

Angenommen, Sie verkaufen in Ihrem Onlineshop Küchenutensilien zum Backen und Kochen. Dann liegt es geradezu auf der Hand, dass sich der Blog um diverse kulinarische Themen dreht und neben Rezepten auch Antworten auf Fragen wie „Wie bekomme ich Rotwein aus der Tischdecke?“ oder „Wie gelingt der perfekte Eierstich?“ liefert.

Sie arbeiten aktiv an Ihrer Suchmaschinenoptimierung

Google und andere Suchmaschinen lieben agile Inhalte, die eine gewisse Aktualität und Relevanz aufweisen. Es ist zwar falsch, einen Blog als SEO-Allheilmittel darzustellen (das heißt: Ein Blog allein beschert Ihnen keine traumhaften Ranking-Ergebnisse). Doch kann dieser auch keinesfalls schaden, wenn Sie im WWW besser gefunden werden wollen.

Wenn Sie Ihren Blog zur Suchmaschinenoptimierung nutzen möchten, dann sollten Sie diese Aspekte beachten:

  • Betreiben Sie kein Keyword-Stuffing! Das Unterbringen von Schlüsselwörtern ist natürlich richtig und wichtig, aber wenn sie in drei Sätzen fünfmal fallen, dann ist das auch den Suchmaschinen zu viel.

  • Suchen Sie Keywords und Phrasen heraus, zu denen es noch nicht allzu viele Treffer gibt. Die Frage „Wie bekomme ich Rotwein aus der Tischdecke?“ liefert etwa 114.000 Treffer bei Google. „Wie gelingt der perfekte Eierstich?“ kommt hingegen nur auf 61.000 Treffer. Es dürfte klar sein, welches Thema vielversprechender ist.

  • Stellen Sie aktuelle Bezüge her. Suchmaschinen lieben relevante Inhalte, die gerade „in aller Munde“ sind. Das dürfte auch erklären, warum im April und Mai 2018 gefühlt jeder über die DSGVO gebloggt hat.

  • Schreiben Sie für Menschen, nicht für Maschinen. SEO schön und gut – doch wenn die Leserfreundlichkeit unter allen Optimierungsversuchen leidet, rückt auch das perfekte Ranking in weite Ferne. Vergessen Sie nie, dass Ihre Blogtexte letztlich für Menschen gedacht sind und nicht für eine Maschine.

Sie können Ihre Produkte völlig neu präsentieren

Eines gleich vorweg: Ein Blog darf nicht mit einer Werbeplattform verwechselt werden! Hier geht es nicht (vorrangig) darum, die neueste Ware vorzustellen, sondern dem Leser einen inhaltlichen Mehrwert zu bieten, ihn zu inspirieren, zu informieren und zu unterhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie Ihre Produkte nicht trotzdem präsentieren können.

Wie hochwertiger Content und Produktpräsentation hervorragend harmonieren, stellt unter anderem der Blog vom Online-Shop odernichtoderdoch.de unter Beweis. In diesem Beitrag beispielsweise geht es darum, wie man Kürbisse aushöhlt und gestalten kann. Über den Zwischenschritt eines Rezepts für leckere Kürbissuppe schaffen es die Content Creators schließlich, einen Bogen zu Produkten aus dem Shop (Suppenschüsseln und ein Rezeptblock) zu schlagen. Best Practice, denn der Leser erhält nicht nur einen relevanten Artikel mit aktuellem (Halloween-)Bezug und Mehrwert, sondern im gleichen Rutsch auch noch eine Kaufempfehlung.

Sie erschaffen Inhalte für Ihre Social Media-Präsenzen

Sie pflegen Accounts bei diversen sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram, wissen aber gar nicht so recht, was Sie dort posten sollen? Ein eigener Blog kann Abhilfe schaffen – und Ihnen gleichzeitig viele neue Follower bescheren. Kontinuität und Qualität sind hier die Schlüssel zum Erfolg.

Sie werden als Experte wahrgenommen

Je „nischiger“ (also spezieller) das Thema ist, über das Sie bloggen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, nach einer gewissen Zeit als Experte dafür wahrgenommen zu werden. Es ist keine Seltenheit, dass sich Blogger im Laufe ihrer Tätigkeit einen solchen Status erarbeiten.

Auch Sie als Unternehmensblogger haben die Chance, sich auf diese Weise von Ihren Mitstreitern zu unterscheiden. Im Hinblick auf den harten Konkurrenzkampf im E-Commerce keine schlechten Aussichten, oder?

Blogbeiträge haben eine lange Haltbarkeit

Kommen wir noch einmal zurück zu dem Kürbis-Beitrag von odernichtoderdoch.de. Obwohl er ein sehr spezielles Thema aufgreift, ist es doch überaus wahrscheinlich, dass der Artikel Jahr für Jahr gefunden wird und somit Besucher in den Onlineshop lockt.

Ähnlich verhält es sich mit nahezu jedem anderen Thema. Wenn der Blogbeitrag suchmaschinenoptimiert ist und gut gefunden wird, dann hat er eine extrem lange Haltbarkeit. Nachhaltiger kann Marketing kaum funktionieren.

3 Gründe, die gegen einen Blog sprechen

Natürlich bedeutet ein eigener Blog auf Ihrem Online-Shop nicht automatisch, dass alles eitel Sonnenschein ist. Es ist uns wichtig, Ihnen an dieser Stelle auch klar zu machen, dass dieses Projekt mit ein paar Nachteilen einhergeht.

Ein eigener Blog frisst sehr viel Zeit

Das Offensichtlichste gleich vorweg: Wenn Sie einen Blog in Ihrem Online-Shop etablieren wollen, dann müssen Sie Zeit investieren. Themenfindung, Recherche, Texterstellung, Beschaffung von Bildmaterial – das alles erledigt sich selbstverständlich nicht von allein.

Unser Tipp: Planen Sie jeden Monat ein festes Zeitfenster (beispielsweise vier Stunden am 1. Montag) ein, um an Ihrem Blog zu arbeiten. Durch diese gezielte Terminierung wird es Ihnen sehr viel schwerer fallen, eine Ausrede zu finden.

Alternativ können Sie die Blogbetreuung auch in externe Hände übergeben und somit von den Vorteilen des Outsourcings profitieren.

Bloggen kostet Geld

Ein Blog an sich ist in der Regel zwar kostenlos, aber immer da, wo Zeit beansprucht wird, wird automatisch auch Geld ausgegeben. Ja, es stimmt: Ein Blog kostet.

Die Frage nach dem „Wieviel?“ kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Doch können Sie grundsätzlich davon ausgehen, dass mit der Qualität des Blogs auch immer die Kosten steigen – egal ob Sie selbst diese Aufgabe übernehmen, ein Mitarbeiter das Projekt betreut oder Sie es an einen Freelancer abgeben.

Sie müssen rechtlich einiges beachten

Nicht erst seit der DSGVO ist das Betreiben eines Blogs (übertrieben formuliert) ein Tanz auf dem Vulkan. Einer der wohl größten rechtlichen Fallstricke in diesem Zusammenhang ist die Verwendung von Fotos, die urheberrechtlich geschützt sind.

Eine Urheberrechtsverletzung ist kein Kavaliersdelikt. Sichern Sie sich also entsprechend ab, indem Sie lizenzfreie Bilder (beispielsweise von https://www.pixabay.com oder https://picjumbo.com) verwenden oder – noch besser – eigene Fotos aufnehmen.

Neue Wege gehen

Ein Blog auf Ihrem Online-Shop ist nicht automatisch ein Umsatzmagnet. Es erfordert viel Arbeit, Disziplin und Kreativität, bis Sie die ersten Früchte des Erfolgs ernten können. Lassen Sie sich jedoch gesagt sein: Durchhalten lohnt sich.

Auch wenn die Nachteile nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen, sind es doch letztlich die Vorteile, die überwiegen. Oder mit anderen Worten: Ein Blog kann Ihnen definitiv dabei behilflich sein, noch erfolgreicher mit Ihrem Online-Shop zu werden.


Über Daniel Peters

Daniel Peters

Ich helfe E-Commerce-Agenturen und Online-Händlern Stolperfallen beim Verbinden von IT-Systemen (wie etwa Warenwirtschaften) mit dem Onlineshop zu vermeiden.

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