7 Gründe, warum Sie als Einzelhändler einen Online-Shop eröffnen sollten

zurück zum Blog

Klassische Einzelhändler, die ihre Waren noch im stationären Laden verkaufen und den direkten Kontakt zum Kunden zu schätzen wissen, stehen dem Online-Handel meist eher skeptisch gegenüber. Neumodischer Schnickschnack, minderwertige Ware, fehlender Service – es gibt viele Gründe, die in den Augen der „alteingesessenen Händler-Riege“ gegen den Online-Handel sprechen. Fakt ist allerdings auch: Wenn Sie sich erst einmal genauer mit der Thematik auseinandersetzen, wird Ihnen schnell auffallen, dass der E-Commerce durchaus auch ein paar Vorteile mit sich bringt. Um welche es sich dabei konkret handelt, das verraten wir Ihnen im nachfolgenden Beitrag.

7 Gründe, warum Sie als Einzelhändler einen Online-Shop eröffnen sollten

Erweiterung des Kundenstammes

Dieser erste Grund, warum Sie als Einzelhändler einen Online-Shop eröffnen sollten, liegt mehr oder weniger auf der Hand. Indem Sie Ihre Waren deutschlandweit und vielleicht auch über die Landesgrenzen hinaus an Käufer versenden, erweitern Sie automatisch Ihren Kundenstamm – und das wiederum bedeutet auch eine Steigerung des Umsatzes.

Oder anders formuliert: Mit einem Online-Shop steigt die Zahl derer, die Sie mit Ihren Waren erreichen (theoretisch) enorm. Was Ihnen hierbei behilflich ist, sind Aspekte wie:

  • ein langer Atem
  • Durchsetzungsvermögen gegenüber der Konkurrenz
  • Marketing
  • Suchmaschinenoptimierung

Überschaubare Investitionskosten

Ein klassisches Ladengeschäft kostet jede Menge Geld. Geld für die Miete, Geld für die Einrichtung, Geld für die Nebenkosten und so weiter. An dieser Stelle können wir Ihnen natürlich nicht weismachen, dass die Einrichtung und Pflege eines Online-Shops völlig kostenlos ist, doch kann durchaus gesagt werden, dass die Investitionskosten hierfür überschaubar sind.

Gerade dann, wenn Sie sowieso schon Lagerräumlichkeiten für Ihr stationäres Ladengeschäft haben und nicht extra welche für den Online-Shop anmieten müssen, rückt der Entscheidungsfaktor Geld weit in den Hintergrund. Dann können Sie nur noch schwer das Budget vors Loch schieben, wenn es darum geht, sich für oder gegen einen Online-Shop zu entscheiden.

Verkauf von Nischenprodukten wird erleichtert

Siegelwachs, Farbbänder für die alte Schreibmaschine, nachhaltig produzierte Strohhalme aus bruchfestem Glas – das sind nur drei Beispiele von vielen, die deutlich machen: Je spezieller ein Produkt ist, desto eher ist der Konsument geneigt, es online zu kaufen. Sicherlich gibt es in vielen (Groß-)Städten nach wie vor stationäre Geschäfte, in denen diese Produkte analog verkauft werden, doch diese ausfindig zu machen ist den meisten Menschen zu aufwändig und zeitintensiv.

Gerade dann, wenn Sie auf Nischenprodukte spezialisiert sind, die sich vom Massenkonsum unterscheiden und eine eher überschaubare Zielgruppe ansprechen, ist es überaus sinnvoll, neben dem klassischen Geschäft auch noch einen Onlineshop zu eröffnen. Ihre Umsatztabellen werden es Ihnen danken.

Bedürfnisse der Kunden werden immer spezieller

Bleiben wir noch kurz bei den Nischenprodukten. Nicht nur alte Klassiker wie das Farbband für die Schreibmaschine werden inzwischen gern online gekauft. Immer mehr Konsumenten machen sich im WWW auch ganz gezielt auf die Suche nach außergewöhnlichen Produkten, die ihren speziellen Bedürfnissen gerecht werden.

Ob nun individualisiertes Kinderspielzeug oder eine Handseife aus Ziegenmilch mit Lavendel-Extrakt – je spezieller die Anforderungen der Kunden an ein Produkt sind, desto eher machen sie sich im Internet auf die Suche danach. Denn: „In einem normalen Geschäft findet man so etwas doch eh nicht.“

Übrigens: Nicht nur die Produkte müssen immer spezielleren Wünschen gerecht werden. Auch das Einkaufserlebnis an sich steht seit geraumer Zeit auf dem Prüfstand. Wer sich am Samstagvormittag nicht wie tausende andere Menschen durch die Geschäfte der Stadt drängeln will (nur um dann doch nicht das zu finden, was er sucht), der shoppt eben viel lieber online. Entspannung, Zeitersparnis, Flexibilität – das sind nur drei der Gründe, die dafür sorgen, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen.

Exkurs: In diesen Branchen lohnt sich der Online-Handel ganz besonders

Anteil der Branchen am Online-Gesamtvolumen

HDE Online-Monitor: https://www.einzelhandel.de/online-monitor

Technische Umsetzung wird immer einfacher

Moderne Shopsysteme, individuelle Schnittstellen und Smartphone-Applikationen sorgen dafür, dass es mittlerweile immer einfacher wird, einen Shop technisch umzusetzen. Hinzu kommt, dass es mittlerweile viele auf E-Commerce spezialisierte Software-Entwickler gibt, die Ihnen bei dieser Aufgabe unter die Arme greifen. Sie müssen also auf keinen Fall Angst vor den technischen Herausforderungen haben.

Die Digitalisierung schreitet voran

Wer sich heutzutage noch vor „diesem Internet“ verschließt, ist geradezu vermessen. Natürlich wird der analoge Einzelhandel nicht von heute auf morgen verschwinden. Doch es ist auch nicht davon auszugehen, dass der Online-Handel in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung verliert.

Es ist viel wahrscheinlicher, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Da die Digitalisierung in immer mehr Bereichen voranschreitet (zuletzt sorgten beispielsweise die Bemühungen der Politik, die Digitalisierung an Schulen voranzubringen, für Schlagzeilen), ist es nur äußerst schwer vorstellbar, dass der Einzelhandel plötzlich einen Rückzieher macht und vollständig aus dem World Wide Web verschwindet.

Die halbe Arbeit ist schon getan

Wer bisher nicht im (Einzel-)Handel tätig war und einen Online-Shop eröffnet, der fängt selbstverständlich bei null an und hat eine Menge Arbeit vor sich – keine Frage.

Wenn Sie jedoch bereits Inhaber eines stationären Handels sind, ein Gewerbe angemeldet und Ware in Ihren Lagern haben, Beziehungen zu verschiedenen Lieferanten pflegen und über die Jahre einen soliden Kundenstamm aufgebaut haben, dann ist das die perfekte Basis für einen zusätzlichen Online-Shop. Machen Sie sich klar, dass (mehr als) die Hälfte der Arbeit bereits erledigt wurde und das „Mammut-Projekt“ E-Commerce dadurch auf ein weitaus weniger angsteinflößendes Maß zusammenschrumpft.

Warum immer mehr Online-Händler auch offline verkaufen

Es gibt nicht nur Offline-Händler, die die Online-Welt für sich entdecken, sondern auch passionierte E-Commercer, die plötzlich Gefallen am stationären Handel finden. Beispiele hierfür sind mymuesli.de, notebooksbilliger.de und auch der E-Commerce-Riese Amazon. Die Gründe für dieses Umdenken sind durchaus interessant und sollen daher hier kurz aufgeführt werden:

  • Multi-Channel-Retailing: So wie es für den stationären Händler interessant ist, den Online-Markt zu erobern, ist es für den Online-Händler lukrativ, neue Kunden im Offline-Sektor anzusprechen. Im Fachjargon spricht man auch vom Multi-Channel-Retailing, zu deutsch: Mehrkanalhandel. Der Berliner Schuhhändler Shoepassion macht mittlerweile angeblich mehr Umsatz im Offline-Geschäft als online – obwohl er eigentlich als reines E-Commerce-Unternehmen an den Start gegangen ist.
  • Marketing: Ein gut platzierter Offline-Shop von Unternehmen XY in der Einkaufspassage einer deutschen Großstadt kann nicht nur den Absatz steigern, sondern auch als Marketing-Instrument verstanden werden. Durch die stationären Läden wird der Online-Händler automatisch noch sichtbarer, seine Marke bleibt im Gedächtnis der Leute, die an dem Geschäft vorbeilaufen.
  • Konkurrenzdruck: Der Konkurrenzkampf der Online-Shops ist erbarmungslos. Es wird abgemahnt, verdrängt und preislich unterboten, was das Zeug hält. Für viele Experten steht fest: Wer ausschließlich online seine Waren verkauft, hat zukünftig nur sehr geringe Überlebenschancen. Vor diesem Hintergrund erscheint es schlichtweg vernünftig, auch in den stationären Handel einzusteigen.
  • Haptik und Service: So komfortable Online-Shopping auch ist – es gibt immer noch genug Kunden, die ein Produkt erst in die Hand nehmen wollen, ehe sie es kaufen und auch gern den Kundenservice in Anspruch nehmen. Ein Grund mehr für Unternehmen, nicht nur ausschließlich im Web zu agieren, sondern beispielsweise auch in sogenannten Showrooms.

Fazit: Wer zweigleisig fährt, fährt sicher(er)

Nur stationärer Handel oder nur E-Commerce – beide Varianten sind mit einigen Risiken und Herausforderungen verbunden. Händler, die nicht nur maximale Gewinne erzielen, sondern schlichtweg ein solides Business aufbauen wollen, entscheiden sich daher in der Regel für die zweigleisige Variante, sprich: sowohl online als auch offline.

Natürlich ist dieser Weg mit mehr Aufwand, mehr Kosten und mehr schlaflosen Nächten verbunden – doch insgesamt kann gesagt werden, dass sich das Multi-Channel-Retailing inzwischen als gängige Struktur im Handel etabliert hat. Es lohnt sich also durchaus, als klassischer Einzelhändler den Schritt ins World Wide Web zu wagen.

(Titelbild von pexels.com / Artem Bali)


Über Daniel Peters

Daniel Peters

Ich helfe E-Commerce-Agenturen und Online-Händlern Stolperfallen beim Verbinden von IT-Systemen (wie etwa Warenwirtschaften) mit dem Onlineshop zu vermeiden.

Sie wollen mehr über mich wissen? Dann bitte hier entlang.

Sie haben eine dringende Frage zum Thema Schnittstellen-Software, wünschen Beratung bei E-Commerce-Prozessen, sowie unkomplizierte Betreuung? Sprechen Sie mich gern an und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrem Projekt arbeiten.

Kontakt Twitter Xing